Samstag, 16. Dezember 2017

Artikel Zugerzeitung 15.12.17 / Verein schenkt Hunden und Katzen ein zweites Leben

Der Verein Hilf dem Tier vermittelt herrenlose Katzen aus dem Jura und Hunde aus Rumänien. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und geben sich grosse Mühe, dass sich die Tiere hier wohlfühlen.

 

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

 

Die beiden Katzen Carusa und Figaro leben mit Malik, dem Hund, unter einem Dach zusammen. Und so unterschiedlich die drei Gefährten sind, sie haben eine Gemeinsamkeit: Alle drei wurden vom Verein Hilf dem Tier vermittelt. Dieser ist seit diesem Jahr im Handelsregister eingetragen mit Sitz in Steinhausen. Genau dort, wo die Vizepräsidentin und Besitzerin der drei genannten Vierbeiner, Brigitta Smider-Vetsch, wohnt. Durch die beiden Katzen und Malik sei sie überhaupt erst zum Verein gekommen und habe sich zu engagieren begonnen – ehrenamtlich. «Erst habe ich mich um die Inserate gekümmert, mittlerweile bin ich für die Vermittlung der Hunde zuständig», erklärt Brigitta Smider. Das Besondere ist, dass die ­Hunde aus Rumänien kommen. ­Corinne Brunner, Vereinspräsidentin, sagt: «Jeder Hund hat ein zweites Leben verdient. Meist sind sie sehr ungepflegt, stinken, haben ein verfilztes Fell, aber ­einen gewinnenden Charakter.»

Von der Vereinspräsidentin ist weiter zu erfahren, dass seit der Gründung des Vereins 2013 über 500 Hunde und über 1000 Katzen vermittelt worden seien. «Hilf dem Tier» arbeitet mit der Notfall-Katzenstation von Vreni Loosli im Kanton Jura zusammen. Die Non-Profit-Tierschutzorganisation führt auch Sammelaktionen für Kastrationen und Sachspenden durch. Bei den Hunden verhält es sich, wie die beiden Frauen erklären, so, dass rund alle zwei Monate 15 bis 20 Tiere in die Schweiz geholt werden. Diese seien gechipt und geimpft und würden, sobald sie über der Grenze seien, von einem Tierarzt begutachtet und in der Hundedatenbank Amicus eingetragen, erklärt Brunner das Vorgehen. Erst danach kommen sie zu Pflegestellen, welche über das ganze Land verteilt sind. Betreut werden die Tiere von Privatpersonen. Mittels eines Fragebogens, der von den künftigen Hundebesitzern ausgefüllt wird, versucht danach Brigitta Smider herauszufinden, ob der gewünschte Hund zur Familie oder Person passt. «Ich spreche mit allen Beteiligten und entscheide dann zusammen mit der Pflegestelle und der Vorkontrolle», erklärt Smider das Prozedere. Corinne Brunner reist regelmässig nach Rumänien, um sich vor Ort ein Bild zu machen: «Wir arbeiten dort mit der deutschen Organisation Ein Herz für Streuner zusammen.»

Der Verein Hilf dem Tier habe eine Handelsbewilligung im Kanton Zug und pflege einen positiven Kontakt mit dem Veterinäramt, versichert die Vereinspräsidentin. Dass es aber Kritik gegenüber dem Auslandtierschutz und Organisationen wie ihrer gibt, sei ihr durchaus bewusst. «Unsere Hunde schleppen keine ansteckenden Krankheiten in die Schweiz ein», versichert Brunner und betont nochmals, dass die Hunde geimpft und auf Mittelmeerkrankheiten getestet seien.

 

Erfolglose Suche in Tierheimen

«Wir sind auch keine Konkurrenz zu Tierheimen im Inland.» Heute sei es schwierig, überhaupt einen passenden Hund in einem lokalen Tierheim zu finden. Brigitta Smider erzählt von ihren Erfahrungen, als sie vor drei Jahren nach einem Hund und zwei Katzen gesucht habe. «Leider ohne Erfolg, und das wird uns auch so von unseren Adoptanten bestätigt», erklärt Smider weiter. «Es gibt gar nicht so viele Hunde in den Tierheimen, und oftmals sind es jene, die abgegeben werden, weil sie charakterlich schwierig sind», stellt Corinne Brunner klar. Des Weiteren macht sie dar­auf aufmerksam, dass es sich bei «Hilf dem Tier» um eine legale Organisation handle. «Unsere Hunde und Katzen landen später auch nicht in einem Schweizer Tierheim. Wenn Umstände eintreten, welche den Adoptanten nicht mehr erlauben, den von uns vermittelten Hund zu halten, nehmen wir diesen wieder zurück zu den Pflegestellen. Keines unserer Tiere muss ins Tierheim», betont Corinne Brunner. Brigitta Smider ergänzt: «Wir bleiben in Kontakt mit den Personen, die von uns ein Tier vermittelt bekommen haben.»

 

Alle arbeiten ehrenamtlich

Finanziert wird der Verein von Mitgliederbeiträgen und Spenden. Die Einnahmen aus der ­sogenannten Schutzgebühr von 600 Franken für einen Hund würden direkt in Rumänien investiert werden, erklären die beiden engagierten Frauen. Der administrative Aufwand der Organisation werde von ehrenamtlich Arbeitenden übernommen: «Wir suchen immer neue Mithelfer, die sich bei uns engagieren möchten», sagt die Vereinspräsidentin. So wie das bei Brigitta Smider der Fall war: «Ich bin da einfach reingerutscht», meint sie und ist sichtlich glücklich mit ihren drei pelzigen Weggefährten.

 

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie unter www.hilfdemtier.ch.

 

«Ein Tier ist keine Ware»

Tierschutz Dass das Vermitteln von Tieren aus dem Ausland nicht ganz unproblematisch ist, wissen auch die Mitglieder von «Hilf dem Tier». Der Präsident des Tierschutzvereins Zug, Robert Gottschalk, sagt: «Es ist umstritten, ob es sinnvoll ist, unerwünschte und heimatlose Tiere aus dem Ausland zu adoptieren.» Er betont aber: «Unabhängig davon, von wem man ein Tier adoptiert, sollte man sich im Klaren sein: Ein Tier ist keine Ware.» Eine artgerechte Tierhaltung sollte auf jeden Fall gewährleistet sein, und auch zu einem Besuch des Tieres am Vorort rät Robert Gottschalk. «Jedes Tier ist ein Lebewesen mit einer eigenen Persönlichkeit, und beim ersten Kontakt spürt man sehr schnell, ob das Tier zu einem passt», sagt Gottschalk.

Der Vereinspräsident betont, dass das Adoptieren eines misshandelten Hundes eine «spezielle Herausforderung sei, die ex­trem viel Geduld, Hunde-Know-how und ein stabiles Umfeld braucht» . «Tiere vergessen eine Misshandlung nicht.» So kann ein traumatisierter Hund in unerfahrenen Händen «sehr schwierig und anstrengend» sein. «Auch wenn eine Adoption mit den besten Absichten geschehe, raten viele erfahrene Hundehalter davon ab, einen misshandelten Hund als ‹ersten Hund› zu adoptieren», so Robert Gottschalk. (mua)

 

Hier der Link zum Original Artikel vom 15. Dez. 2017 in der Zuger Zeitung:

 http://mobile.zugerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/zug/willkommen-im-zweiten-leben;art9648,1162589

 

 

Charlie
Geimpft
Gechippt
Kastriert
Handicap
Notfall
CHARLIE – American Bulldog – ca. 2,5 Jahre Camarasu, Rumänien. Charlie lebt schon seit längerem in Camarasu. Ursprünglich hatte er eine Familie. Gekauft als Welpe, irgendwann war die Familie überfordert mit dem Kraftpaket. Nun wartet er in Camarasu auf sein Glück… Charlie ist vermutlich ein reinrassiger American Bulldog. Er wurde als solcher gekauft, hat allerdings keine Papiere. Als American Bulldog wird er in einigen Bundesländern (z.B. Bayern und Brandenburg) auf einer Rasseliste der Kategorie 2 aufgeführt. Er hat die Möglichkeit einen Wesenstest abzulegen, was ihn von Leinen- und Maulkorbpflicht befreit und die Voraussetzung für seine Einreise ist. Charlie ist in einem erbärmlichen Zustand. Er leidet sehr, dass er von seiner Familie verstoßen wurde und er hat stark abgenommen und an Lebensfreude verloren. Wir schätzen das Charlie um die 55 cm Schulterhöhe. Aktuell wiegt er nur noch etwa 22 kg. Charlie ist ein wandelndes Skelett und muss dringend aufgepäppelt werden. Er ist ein lieber, verschmuster und verträglicher Rüde. Er läuft frei im Hof mit den anderen Hunden und es funktioniert gut. Er zeigt Futterneid. Darauf sollte man sich in jedem Fall einstellen. Mit Training ist es sicherlich zu verbessern. In seiner Familie hat Charlie mit Kindern zusammengelebt und er war sehr lieb mit ihnen. Trotzdem sollten sie aufgrund seiner Größe und seiner Kraft in jedem Fall im jugendlichen Alter sein. Auch ein Basiswissen oder gar Erfahrung mit einer solchen Rasse sind wünschenswert. American Bulldogs sind selbstbewusste, durchsetzungsfähige und energische Hunde, die aber auch eine freundliche und sanfte Seite haben. Daher müssen sie in jedem Fall gut vermittelt werden. Charlie ist etwa 2,5 Jahre alt. Außerdem ist er auf dem linken Auge erblindet. Dieses wird wahrscheinlich noch in Rumänien operativ entfernt.   Wer verliebt sich in Charlie und schenkt ihm ein artgerechtes Leben?
Rufus
Geimpft
Gechippt
Kastriert
Notfall
RUFUS – ca. 4 Jahre Bistrita, Rumänien. Rufus lebte lange an der Kette im öffentlichen Tierheim von Baia Mare. Er befand sich in einem Teufelskreis. Er hatte einen Besitzer, der ihn abgegeben hat. Auch dort lebte er an der Kette und war selbstverständlich oft frustriert. Das ist kein schönes Leben für einen Hund. Und es ist offensichtlich, dass Rufus in seinem Leben schon viel Hunger gehabt hat, der nicht gestillt wurde. Er ist klapperdürr und jede einzelne Rippe ist zu sehen. Daher wurde der schöne Rüde auch sicher ab und zu mal ungemütlich und gilt daher als unverträglich. Leider schätzen die Rumänen sein Verhalten völlig falsch ein…. Wir konnten Rufus von der Kette befreien und in das private Tierheim Tora umsetzen lassen. Hier hat er aber leider auch nur einen kleineren Zwinger und muss draußen leben. Aber er genießt sein Leben ohne Kette. Rufus geht schon gut an der Leine spazieren und zeigt sich als sehr verkuschelt und freundlich anderen gegenüber. Auch ein bisschen zugenommen hat er glücklicherweise schon. Mit anderen Hunden ist er verträglich. Rufus wird auf etwa 4 Jahre geschätzt und ist ein Malinois-Mix. Er braucht viel Auslastung und Beschäftigung, aber auch Menschen die sich um ihn sorgen, ihm Streicheleinheiten und vor allem auch regelmäßige Mahlzeiten schenken. All das kennt er nicht und vermisst es schmerzlich. Rufus ist in einem artgerechtem Zuhause sicher ein eher anspruchsvoller Rüde. Malinois gelten als gelehrige, fleißige aber auch wachsame Hunde. Es ist also unumgänglich, mit Rufus zu trainieren und ihm mit liebevoller Konsequenz dieses neue Leben beizubringen. Rufus möchte sowohl körperlich als auch mit Nasen- und Denkspielchen ausgelastet werden. Er ist ca. 60 – 65 cm groß. Für Rufus wäre ein Zuhause mit wenig Bezugspersonen und ohne andere Hunde perfekt. Für Rufus suchen wir ein erfahrenes Zuhause, das ihm die nötige Souveränität und Sicherheit gibt, die er benötigt. Rufus ist ein großer Rüde, der sicher auch mal stürmisch sein kann. Daher sollten Kinder in jedem Fall älter, standfest und vernünfigt sein. Für Rufus wäre ein Zuhause mit wenig Bezugspersonen und ohne andere Hunde perfekt. Rufus vereinnahmt seine Bezugsperson sehr und würde einen Zweithund daher wahrscheinlich eher nicht akzeptieren.   Unser Rufus ist kastriert, gechipt, geimpf, entwurmt und entfloht. Er besitzt seinen EU-Heimtierausweis und wird nur nach positiver Vorkontrolle gegen eine Schutzgebühr vermittelt. Rufus ist ausreisefertig und kann jederzeit in sein neues Zuhause ziehen.   Wer schenkt Rufus endlich ein artgerechtes Zuhause?
Pestritu und Pupu
Geimpft
Gechippt
Notfall
Pestritu ist nun bereits schon 14 Jahre und sein bester Freund Pupu mit seinen 10 Jährchen, suchen DRINGEND ein Zuhause. Zurzeit leben beide gemeinsam bei einer Familie in Rumänen. Leider kann die Familie die beiden, wegen Umzugs nicht behalten. Der kleine Pestritu lebt seit Welpenalter bei der Familie und vier Jahre später kam der kleine Pupu dazu. Beide leben nun schon 10 Jahre zusammen und wir würden uns sehr wünschen, dass Pestritu und Pupu gemeinsam ihren Lebensabend erleben dürfen.  Wir wissen das es sehr schwierig wird aber dennoch möchten wir es nicht unversucht lassen ihnen den Wunsch zu erfüllen. Sie verlieren schon ihrer menschliche Familie dann sollen sie nicht noch ihren besten Freund verlieren, weil sie sehr aneinander hängen. Beide leben gut mit einer Katze im Haus zusammen. Sie sind gut sozialisiert und verstehen sich prima mit anderen Menschen und Artgenossen.  Auf Grund ihren gesetzten Alters möchten wir ihnen keine Kastration mehr zumuten. Beide Hunde sind nicht kastriert. Helfen Sie uns indem Sie Pestritu und Pupu gemeinsam eine Chance geben. Wir suchen Menschen die Zeit für unsere Senioren haben und eher gemütliche Spaziergänge mit ihnen unternehmen. Auch über einen Garten würden sich die zwei sicher sehr freuen.   Da beide einen verkürzten Schwanz haben dürfen sie nur nach Deutschland oder Öserreich vermittelt werden. Wir leisen hier Vermittlungshilfe für unseren Partner Verein ein Herz für Streuner.   Wer schenkt Pestritu und Pupu das Glück ernert auf Erden? Wer ermöglicht ihnen einen gemeinsamen Lebensabend verbringen zu können? Wer hält das Glück für beide in seinen Händen?    
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